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Das Nackte hat Konjunktur. Vom Zeitungscover bis zur Fernseh-Soap, vom Kinofilm bis zur Modenschau – der entblößte Körper begegnet uns jeden Tag in vielen Situationen. Längst sind ein nackter Busen oder Männerpopo kein Skandal mehr, zu beobachten ist eine kollektive Lust an der Bloßstellung, einige sprechen schon vom Blößenwahn. Doch warum ist das so? Wer zieht sich wann aus und warum? Was sagt der zunehmende Exhibitionismus über unsere Gesellschaft aus? Welchen Stellenwert hat der nackte Körper in der Kunst, im Film und in den Medien? Mit Exkursionen durch die Geschichte beschreibt und analysiert die vierstündige Dokumentation die besondere Ästhetik des Nacktseins. Die Enthüllung zwischen Schönheitsideal, Tabubruch, Erotik und politischem Statement..
Auch wenn es in der Kunstgeschichte gern verdrängt wird: Schon vor mehr als 2000 Jahren wurde vorzugsweise der Mann nackt dargestellt: seine Muskelkraft und Potenz sollte gefeiert werden. Weibliche Akte blieben, wenn sie nicht Eva hießen, meist für Privatgemächer reserviert. Heute zeigt sich unbekleidet, wer geschäftsüchtig ist. Popstars lassen in Videos ihre Hüllen fallen, junge und neuerdings auch nicht mehr ganz so junge Schauspielerinnen ziehen sich für den Playboy aus. Dort kennt man die Mechanismen des Marktes gut, seit 1953 ist das Magazin Marktführer für nackte Tatsachen.
Auch Striptease-Tänzerinnen spielen mit der Erotik, der französische Philosoph Roland Barthes feierte den erotischen Tanz als mystifizierendes Schauspiel. Im Berlin der 20er Jahre gehörten Frauen wie Anita Berber zu den umjubelten Stars, ihre Auftritte sorgten regelmäßig für Skandale. In Hamburg St. Pauli tanzte sie erstmals splitternackt auf einer Variete-Bühne. Damals war die Aufregung groß, heutzutage gehört der Tanz an der Stange zum normalen Nachtleben jeder Großstadt. Die Ikonen von heute kommen vor allem aus der Bourlesque-Szene, wie zum Beispiel Dita von Teese, die die Kunst des Ausziehens perfektioniert hat.
Mit inszenierter Nacktheit haben die Anhänger der FKK-Bewegung nichts im Sinn. Für sie ist die „Freie Körper-Kultur“ eine individuelle Lebensform, für die Bürger der ehemaligen DDR war es fast schon ein politisches Statement. Der Arbeiter- und Bauern-Staat tolerierte seine unangezogenen Bürger und die nutzten ihren Freiraum: Mit eigenen Kolonien, ausgelassenen Strandfesten und Miss-Wahlen. Hier ließ der Staat ihnen die Freiheit, die er ihnen auf vielen anderen Gebieten untersagte.
Gesprächspartner:
- Florian Boitin - Chefredakteur Playboy
- Saskia Straße - Fotochefin Playboy
- Gaby Heier - erstes Covergirl Playboy
- Siegfried Tesche - Filmhistoriker
- Lothar Fischer - Kunsthistoriker
- Constanze Rick - Moderatorin
- Professor Bernstein - Kunsthistoriker Hochschule für bildende Künste Hamburg
- Ulrich Pohlmann - Kurator
- Rachel Shteir - Buchautorin "Striptease: the Girlie Show"
- Oliver König - FKK- Experte/Psychologe
- Nele Sehrt - ehemalige Stripteasetänzerin / Tanzpädagogin
- Heidi Wittwer - Striptease Tanzlehrerin
- Lilo Wanders - Künstlerin
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